14.02.2012

KLIMES – Planerische Strategien und städtebauliche Konzepte zur Reduzierung der Auswirkungen von klimatischen Extremen auf Wohlbefinden und Gesundheit von Menschen in Städten

4   Project   (Object-Class)

General


Description

External Link

Die aktuellen Resultate von Simulationsrechnungen zum Klimawandel sagen für Mitteleuropa eine deutliche Zunahme von extremen Hitzeperioden im Sommer vorher. Intensiviert wird diese Situation lokal durch den städtischen Wärmeinseleffekt, so dass die Lebensqualität von Menschen in Städten zukünftig häufiger, länger und stärker als bisher beeinträchtigt wird. Die Stadtplanung muss hierauf reagieren, um die zukünftig erhöhten thermischen Belastungen für die Menschen in städtischen Frei- und Innenräumen auf ein erträgliches Maß zu reduzieren. Die dafür notwendigen anwendungsbezogenen Grundlagen werden von einem interdisziplinären Team aus den Bereichen Stadtklimatologie, Städtebau und Geoinformatik erarbeitet. Aus experimentellen Untersuchungen, Befragungen und Simulationsberechnungen zum thermischen Komfort von Menschen werden praxistaugliche Entwurfsbausteine für einen klimawandelgerechten Städtebau abgeleitet und in einem Leitfaden zusammengefasst. Als Untersuchungsstandorte werden Stadtquartiere in Freiburg ausgewählt, in denen typische planerische und städtebauliche Aufgaben künftig anstehen.

Ziele:
Vor dem Hintergrund der klimawandelbedingt erforderlichen Anpassung in der Stadtplanung an Klimatrends und Extremwetter hat das Projekt die Entwicklung und Erprobung eines Leitfadens zum Ziel. Dadurch soll eine planungsrelevante Einbeziehung von Klimaschutzzielen für das Schutzgut "Mensch" erreicht werden.
In Verbindung zwischen Wissenschaft und Praxis hat das Projekt folgende Zielsetzungen:
- Analyse verfügbarer Werkzeuge hinsichtlich ihrer Eignung zur Quantifizierung der Auswirkungen von Klimatrends und Extremwetter im Sommer auf Menschen im Freien und in Innenräumen;
- Identifizierung der Kennzeichen von Extremwetter im Sommer, die den "Human Comfort" in der Stadt beeinträchtigen;
- planungsbezogene Identifizierung von Stadtstrukturen mit besonders ausgeprägter Betroffenheit von Menschen durch Extremwetter im Sommer;
- Erstellung eines Rankings von Stadtstrukturen mit unterschiedlicher thermischer Belastung für Menschen bei großräumig vorgegebenem Extremwetter im Sommer unter derzeitigen und zukünftigen Klimabedingungen;
- thermophysiologische Quantifizierung der Auswirkungen von Extremwetter im Sommer auf den "Human Comfort" in Innenräumen in Abhängigkeit von den Außenbedingungen und Beziehungen zwischen dem "Innenhaus" und dem "Außenhaus" unter derzeitigen und zukünftigen Klimabedingungen;
- Entwicklung und Beurteilung von stadtplanerischen Strategien und räumlichen Konzepten zur Reduzierung der negativen Auswirkungen von Klimatrends und Extremwetter im Sommer auf Menschen einschließlich der Evaluation dieser Maßnahmen in Stadtquartieren;
- Entwicklung eines human-biometeorologisch orientierten Entwurfs im städtebaulichen Kontext unter Berücksichtigung von mesoskaligen Stadtklimaeffekten einschließlich einer Überprüfung von Stress reduzierenden Maßnahmen auf seine realistische Anwendbarkeit in der Stadtplanung;
- Prüfung der generellen Anwendbarkeit der Strategien zur klimawandelgerechten Verbesserung städtischer Freiräume insbesondere hinsichtlich der Abpufferung derzeitiger und zukünftiger, extremer Klimaeffekte auf den "Human Comfort" und damit zur Optimierung von Freiraumnutzungen;
- problemspezifische Synthese aller Ergebnisse in einem praxistauglichen Leitfaden für klimawandelgerechtes Planen und Bauen.

Methodisch werden verschiedene aufeinander abgestimmte Verfahren in den vorgesehenen Stadtquartieren angewendet, um Aussagen zum thermischen Komfort bei extremer Hitze im Sommer zu erzielen:
- experimentelle Untersuchungen zur Analyse der Wahrnehmung der thermischen Umgebungsbedingungen an exponierten Standorten durch ein Kollektiv von Menschen unter Verwendung des thermischen Indexes PET (Fortschreibung der international angewandten physiologisch äquivalenten Temperatur PET),
- parallel hierzu Interviews mit Passanten zur Nutzung von urbanen Freiräumen sowie über ihre subjektive Wahrnehmung der thermischen Umgebungsbedingungen, um mit den daraus erzielten Resultaten die Ergebnisse für PET graduell abzustufen,
- mikroskalige Simulation des thermischen Komforts von Menschen unter den Schwerpunkten Stadtstruktur und menschliches Verhalten, wobei das derzeitige und zukünftige regionale Klima die Randbedingung darstellt,
- Entwicklung human-biometeorologischer Entwurfsbausteine für nachhaltige Konzepte des Stadtumbaus auf der Grundlage der gewonnenen Ergebnisse.
Diese Verfahren werden primär auf Freiräume in den ausgewählten Stadtquartieren angewendet. Sie werden aber auch für spezifische Innenräume eingesetzt, die parallel zu den Freiraumuntersuchungen analysiert werden.

KLIMASZENARIO
Simulation des städtischen Mikroklimas für ausgewählte Stadtstrukturen in Freiburg unter aktuellen und unter veränderten Rahmenbedingungen. Grundlage sind die aktuellen Klimaprojektionen des IPCC (2007). Erweiterung des Mikroklimamodells ENVI-met zur Simulation von thermischen Innenraumbedingungen mit dem thermischen Komfortindex PET (physiologisch äquivalente Temperatur) und Bewertung des thermischen Bioklimas mit Hilfe von Multi-Agenten Simulationen.

Parameter: Temperaturzunahme und Zunahme von extremen Hitzeperioden im Sommer

räumlicher Bezug: Mitteleuropa und Mikroklima in Freiburg

Zeithorizont: 2100

KLIMAFOLGEN
Betrachtet werden die Auswirkungen von Klimatrends und Extremwetter im Sommer auf Menschen im Freien und in Innenräumen von Städten. Aufgrund von Ergebnissen aus regionalen Klimasimulationen ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass in Mitteleuropa nicht nur die bodennahe Lufttemperatur ansteigt, sondern dass es auch zu einer Intensivierung von extremen Hitzeperioden im Sommer kommt. Die Veränderungen der großräumigen thermischen Hintergrundbedingungen werden in Städten durch ihr eigenes Stadtklima noch verschärft. Somit wird es zukünftig zu stärkerer Beeinträchtigungen des thermischen Komforts für Menschen in der Stadt kommen.

Sektoren und Handlungsfelder: Bauwesen; Raum- und Regionalplanung; (Stadtentwicklung und -planung)

ANPASSUNGSMASSNAHMEN
Hintergrund: Erstellung eines Rankings von Stadtstrukturen, die sich durch unterschiedliche thermische Belastungsintensitäten für Menschen bei Extremwetter im Sommer heute und zukünftig auszeichnen. Da regionale Klimamodelle für Mitteleuropa eine Intensivierung von extremen Hitzeperioden im Sommer prognostizieren, steigt die Bedeutung von human-biometeorologisch orientierten Strategien in der Stadtplanung deutlich an, mit denen die zukünftige Beeinträchtigung des thermischen Komforts für Menschen in der Stadt möglichst gering gehalten werden kann. Solche Strategien erfordern quantitative Angaben zu den Einflussfaktoren auf den thermischen Komfort in unterschiedlichen Stadtquartieren.

Ziele: Entwicklung und Beurteilung von stadtplanerischen Anpassungsstrategien und räumlichen Konzepten zur Reduzierung der negativen Auswirkungen von Klimatrends und Extremwetter im Sommer auf Menschen einschließlich der Evaluation dieser Maßnahmen in Stadtquartieren. Entwicklung von stadtklimatischen Leitfäden für die Umsetzung von Anpassungsstrategien in der Stadtplanung und problemspezifische Synthese aller Ergebnisse in einem praxistauglichen Leitfaden für klimawandelgerechtes Planen und Bauen.

relevante Akteure: Stadtplaner und Stadtentwickler

VULNERABILITÄT
wird nicht betrachtet


Addresses

External Link

Point of Contact

Werthmannstr. 10

D-79085 Freiburg

Germany

 

References


References

External Link

Thesaurus

External Link

Search Terms

  • Gesundheit

  • Hitzeperiode

  • Innenraum

  • Leitfaden

  • Raumplanung

  • Stadtentwicklung

  • Stadtplanung

  • städtisches Mikroklima

  • thermische Belastung

  • Wetterextrem

  • Wohlbefinden


ISO - Topic Category Environment

Area/Time


Spatial Reference System

External Link

Administrative Unit (Gemeindenummer)

  • Alp und nordbayerisches Hügelland

  • Baden-Württemberg (08000000)

  • Hessen (06000000)

  • Oberrheingraben

  • Zentrale Mittelgebirge und Harz

Geothesaurus-Reference

Geothesaurus-Reference Longitude 1 Latitude 1 Longitude 2 Latitude 2
Baden-Württemberg (08000000) 7.5115895° 47.532337° 10.495749° 49.79148°
Hessen (06000000) 7.7720466° 49.394844° 10.235651° 51.65755°
Oberrheingraben 1.0° 1.0° 1.0° 1.0°
Alp und nordbayerisches Hügelland 1.0° 1.0° 1.0° 1.0°
Zentrale Mittelgebirge und Harz 1.0° 1.0° 1.0° 1.0°

Infos on Spatial Relation bebaute Bereiche/Städte: Untersuchungsstandort ist Freiburg; Teststandort ist Kassel

Temporal Reference

External Link

Temporal Reference of Content from: 01.01.2006 to: 01.01.2009

Status completed

Creation 02.11.2007 00:00:00

Thematic Reference


Thematic Reference

External Link

Project Partners Koordination: Meteorologisches Institut der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

Description of Thematic Reference Kooperation: Fachgebiet Umweltmeteorologie, Universität Kassel; Fachgebiet Städtebau, Universität Kassel; Environmental Modelling Group EMG, Universität Mainz; Geographisches Institut, Ruhr-Universität Bochum; Stadtplanungsamt Freiburg Finanzierung: BMBF-Fördermaßnahme "klimazwei - Forschung für den Klimaschutz und Schutz vor Klimawirkungen"

Availability


Availability

External Link

Access restrictions keine

Usage restrictions keine Einschränkungen

Additional info


Additional Information

External Link

Metadata Language German

Dataset Language German

XML-Export-Criterion KomPass

Object-ID 32F73F18-FA9E-4C75-8770-5CBEFC1A8F03

XML Presentation Download metadata as XML

Point of Contact (Meta data)

External Link

Additional Fields


 

Copyright © Coordination Center PortalU at the Lower Saxony Ministry of Environment and Climate Protection
All rights reserved